Klaus Hartmann (Deutscher Freidenker-Verband) an Russisches Konsulat in Bonn

In einer Mitteilung des Freidenkerverbandes heißt es einleitend: Nachstehender Mailverkehr zwischen Klaus Hartmann und dem Generalkonsulat in Bonn der Russischen Föderation zu Eurer Kenntnisnahme und „Inspiration“. Nachstehend auch die kurze Antwort des russischen Konsulats in Bonn.

Wenn sie nicht in überschaubarer Zeit zurückkommen (auch nach Frankfurt/M + Hamburg + Leipzig + München), ist in der Zwischenzeit die Gefahr eines Nuklearkrieges sehr groß.

Eine von vielen Orientierungsvorgaben bleibt: „Was kann in Deutschland, im historischen Kontext mehr rechts sein, als dass deutsche Waffen, deutsche Panzer wieder auf Russen schießen.“

Liebe Freunde und Genossen,
lieber Alexandr Fedulov, lieber Ilja Ageev,

ich hoffe, dass die Mail zumindest noch von „einem Bonner“ gelesen wird. Wir sind bestürzt, entsetzt und angewidert angesichts der provokativen, niederträchtigen Worte und Taten der in Deutschland Regierenden. Euer erzwungener Weggang wie auch der der Mitarbeiter des Russischen Hauses in Berlin erfüllt uns mit Schmerz – nicht nur wegen des immensen politischen Schadens, sondern auch menschlich wegen des Verlusts guter Freunde. (…)

Trotz aller widrigen Umstände in diesem „besten Deutschland aller Zeiten“ setzen wir den Kampf für den Erhalt des Friedens unbeirrt fort. Dazu veranstaltet die Weltunion der Freidenker Ende Oktober eine Konferenz zur Militarisierung, Programm ebenfalls beigefügt, und unser nächstes Heft erscheint Ende September.

Liebe Freunde, wir bleiben dabei: Frieden und Freundschaft mit der Russischen Föderation! Das berühmte Zitat von 1942, „Die Erfahrungen der Geschichte besagen, dass die Hitler kommen und gehen, aber das deutsche Volk, der deutsche Staat bleibt“, gilt auch mit Blick auf das aktuelle Personal. Wir wünschen Euch persönlich alles Gute und uns gemeinsam bessere Zeiten! Wir bleiben Euch verbunden, Ihr bleibt in unserer besten Erinnerung und wir hoffen auf ein Wiedersehen, eine brüderliche Umarmung und herzliche Grüße!

Klaus Hartmann
Stellvertretender Bundesvorsitzender des Deutschen Freidenker-Verbandes
Präsident der Weltunion der Freidenker

 

Sehr geehrter Herr Hartmann,

Ich danke Ihnen von Herzen für Ihre warmen Worte der Unterstützung, für Ihre Solidarität und für Ihre klare und standhafte Haltung.
Dank Menschen wie Ihnen gelingt es nicht, die Brücken zwischen den Völkern Russlands und Deutschlands vollständig abzubrechen – so sehr sich dies auch diejenigen wünschen mögen, denen an einer völligen Entfremdung unserer Völker gelegen ist.
In dieser schwierigen Zeit wünsche ich Ihnen viel Glück und weiterhin viel Erfolg bei Ihrer wichtigen Tätigkeit und hoffe, dass wir uns schon bald wiedersehen können!

Alles Gute und herzliche Grüße

Alexander Fedulov

Vizekonsul

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