Verabschiedet sich das BSW endgültig in die links-identitäre Blase?
Zweifellos eine komplizierte Frage, aber es geht auch einfacher, nämlich so: Verabschiedet sich das BSW überhaupt? Die Ereignisse im Vorfeld der Proteste gegen die Münchner Sicherheitskonferenz am 14.02.26 scheinen bezüglich BSW einen intern geschuldeten Auflösungsprozess nahezulegen.
Sprecher des BSW, z.B. Andrej Hunko und Sevim Dagdelen, möchten lieber ganz separat mit enorm linken Sektierern eine ganz eigene Weltsicht zum Thema Krieg und Frieden (siehe links) präsentieren, als sich einem breiten gesellschaftlichen Bündnis von Friedensbewegten von rechts und links zurechnen zu lassen, und zwar ganz ohne ‚Brandmauer‘.
Wir bevorzugen die letztere Konstellation und glauben auch, dass in den anstehenden Landes- und Kommunalwahlen dieses Jahres dafür gute Erfolgschancen bestehen (vgl. hier). Dem Gezerre um die Münchner Protestaktion ging ein speziell für das BSW äußerst peinliches Rollenspektakel voraus. Wen es im Detail interessiert, möge die interessante Stellunnahme von #Macht Frieden unter dem Titel „Eine Brandmauer mitten durch den Frieden“ in Gänze lesen. Wir bieten hier zwei längere Zitate daraus:
Wenn sich der Frieden vom Frieden abgrenzt, gewinnt der Krieg. Diese Befürchtung muss man nach den jüngsten Vorkommnissen innerhalb der Friedensbewegung wohl haben. Aber der Reihe nach.
Dieser Text dient dazu, die Entwicklung innerhalb der Friedensbewegung in München in den letzten Jahren noch einmal grob wiederzugeben, da Kommentare anhand aktueller Vorkommnisse rund um die bevorstehenden Proteste gegen die „Sicherheitskonferenz“ in München erhebliche Fragen aufwarfen.
Zunächst: In München gibt es 2 Friedensdemos gegen die sogenannte Sicherheitskonferenz. Die eine wird traditionell und seit Langem ausgerichtet vom Münchner Antisiko-Bündnis. Ende 2022 entstand mit dem Bündnis „Macht Frieden!“ ein weiteres Friedensbündnis, das im Februar 2023 die größte Friedensdemo seit sehr vielen Jahren ausrichtete. Doch warum war dies überhaupt erforderlich, dass es an jenem 18. Februar 2023 zwei Demos gab – die des traditionellen Friedensbündnisses mit rund 2.000 Teilnehmern und die des Bündnisses „Macht Frieden!“ mit rund 25.000 Teilnehmern.
Ich bedauere wirklich sehr, dass es nötig wurde, ein weiteres Demoangebot zu dem bisherigen zu machen, ging ich doch – links sozialisiert – viele Jahre auf der traditionellen Demo mit und traf dort stets viele Bekannte. Corona hat dies geändert, weil die traditionelle Friedensbewegung in München nicht mit denen zusammenarbeiten wollten, die Opfer der größten systematischen Ausgrenzung in der Geschichte der BRD wurden. Es gab zahlreiche Versuche von verschiedener Seite, mit dem alten Friedensbündnis ins Gespräch zu kommen, die letztendlich jedoch alle scheiterten.
Wohlgemerkt: Die Versuche, zu vermitteln und zu versöhnen gingen dabei stets von denen aus, die Opfer auch der anderen wurden, die sich an dieser Ausgrenzung noch immer beteiligen. Für so ein wichtiges, ja überlebenswichtiges Anliegen wie den Frieden, so die vielleicht eher naive Ansicht, müsse es aber doch möglich sein, wenigstens für einen begrenzten Zeitraum im Jahr zusammenzuarbeiten. Das Ergebnis war jedoch ein Unvereinbarkeitsbeschluss mit sog. Querdenkern, selbst wenn diese gar nichts mit Querdenken zu tun hatten. Die gruppenspezifische Ausgrenzung betraf alle, die sich wirklich machtkritisch gezeigt hatten (…)
Die Demo geht nun ins 4. Jahr. Noch immer ist die Spaltung nicht überwunden, sondern sie scheint sich weiter vertieft zu haben. „Macht Frieden!“ hatte in der Vergangenheit immer Rücksicht genommen, was die Zeit und die Route anbelangt, um nicht in Konkurrenz zu treten. Bis auf die unsägliche, aber erwartbare Berichterstattung in den Leidmedien war das Störfeuer von der anderen Seite auch nicht besonders groß. Dies änderte sich nun für die anstehende Demo im Jahr 2026.
Erstmals wurde unsere Demo von einem Friedensbündnis torpediert bzw. geradezu fast schon bekriegt, wie jemand auf X schrieb. Zweimal mussten wir den Flyer ändern, weil zwei BSW-Redner wieder abgesagt hatten, nachdem von Seiten des traditionellen Friedensbündnisses Druck auf das BSW und die Redner ausgeübt worden war. (…)

