DGB – oh je! Ist da wirklich nur noch ein zartes Friedenspflänzchen übrig?
Wenn da nicht aktuell winzige Erfolgsmeldungen aus der gewerkschaftlichen Ecke zu verzeichnen wären, müßte man, wie in anderen Belangen auch, ein weiteres Lamento darüber anstellen, was aus der Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung alles schon ‚weggerutscht‘ ist.
Aber immerhin, es haben doch tatsächlich Vertrauensleute der IG-Metall vor allem von Ford in Köln kürzlich auf dem DGB-Kongress in Berlin gegen den Kurs von Kriegsvorbereitung öffentlich Stellung bezogen. Und man hörte von denen, dass sie keineswegs damit einverstanden sind, die Automobilindustrie für den kriegstüchtigen Bau von Kriegsgütern umzugestalten. Immerhin, ein deutliches Signal gegen die Krisen- und Kriegsregierung Merz/Klingbeil und deren Verbündete bei Grünen und Linkspartei.
„DGB-Kongress: Zartes Friedenspflänzchen im NATO-Gestrüpp“
Gerne verweisen wir in diesem Zusammenhang auf einen interessanten Bericht der Kölner ‚Neuen Rheinischen Zeitung‘ (NRhZ) unter e.g. Titel. Es heißt dort lapidar:
„Verabschiedet wurde der Antrag „Friedensfähig statt kriegstüchtig“ des DGB-Bundesvorstands. Er enthält so manche richtige friedenspolitische Forderung. Allerdings sind Positionen, wie sie in NATO-gesteuerten Teilen von Politik, Medien und auch Friedensbewegung zu finden sind, nicht verschwunden.“
Lehrstück bei VW
Zur Rubrik ‚Erfolgsmeldungen‘ in puncto Gewerkschaften könnte man auch die heftige Reaktion vieler VW-Beschäftgter vom Oktober letzten Jahres zählen. Hier in der Region Hannover hören immer noch alle genau hin, wenn es bei VW kriselt. Als die VW-Spitze im Schulterschluß mit Merz/Klingbeil den Drohungen der US-Regierung nach Blockade der Halbleiterprodukte aus chinesischen Quellen nachgeben, den Konflikt aussitzen wollte und beinahe einen totalen Stillstand der gesamten Automobilproduktion riskierte. Vgl. hier.
Die VW-Beschäftigten hatten seinerzeit schon bemerkt, dass das Wegducken vor Trump und seinen Zoll-Mätzchen durch Merz und seiner Regierung und, qua passiver Haltung, durch die VW-Betriebsräte, ganz sicher nicht in ihrem Interesse liegen kann.
Vielmehr deutete sich bei diesem Konflikt an, dass die sozialen Interessen der Arbeiterklasse auch hier und da in einem patriotischen Programm wirtschaftlicher nationaler Souveränität gut aufgehoben sein können. Der Erfolg in einem solchen Konflikt wäre davon abhängig, welche gesellschaftlichen Kräfte man auf dieser Grundlage bündeln kann. Es gilt gewiss vor allem, aber nicht nur die Arbeiterklasse, sondern eben auch andere betroffene Schichten anzusprechen und zu gewinnen. Der Konflikt bei VW wirkt also gewissermaßen als ein Lehrstück für kommende Zeiten.
Noch nicht auf Lager: Neue Akzente gewerkschaftlicher Perspektive durch die AfD
Noch steht aus, inwiefern sich die gewerkschaftlich orientierten AfD-Vertreter überhaupt bewähren und in den Betrieben an Boden gewinnen können. Denn es gibt inzwischen eine beachtliche Anzahl von AfD-Betriebsgruppen mit einigen Erfolgen bei den vergangenen Betriebsratswahlen. Vgl. hier.
Natürlich ist die breite Ablehnung des Parteienfilzes von CDU/CSU, SPD, Grünen und Linken längst auch in der Arbeiterklasse vertreten. Anders sind die guten Ergebnisse für die AfD bei den Vorwahlumfragen gar nicht zu erklären. Nüchtern betrachtet werden die AfD-Gruppen aber keinen großartigen Durchbruch erreichen können, wenn sie nur per Ellebogen gegen die sozialdemokratischen, linken oder grünen Akademiker aus den einzelnen Verwaltungsstellen v.a. der IG-Metall opponieren. Sicher, diese woke Klientel ist besonders schädlich, gemessen an den Erfordernissen einer selbstbewußten Interessensvertretung der abhängig Beschäftigten. Aber, die AfD-Kollegen müssen ja erst einmal ein Programm darüber vorstellen, wie das in ihren Augen mit den Klasseninteressen der abhängig Beschäftigten überhaupt geht.
Die DGB-Gewerkschaften setzen ja speziell seit ihrem Mitwirken bei den Hartz4-Gesetzen, dem Hinterherlaufen gegenüber ‚Fridays for Future‘, den Klimahysterikern, den LGBT-Propagandisten und der russophoben Kriegsorientierung die Existenz von Gewerkschaften generell aufs Spiel. Sicher, das alles liegt nicht in der Verantwortung der AfD. Aber die AfD wird die Auszehrung der Mitgliederbasis organisierter Gewerkschaftsbewegung und der Tarifbindung nicht stoppen, wenn sie sich nicht davon distanziert, sprich, wenn sie sich nicht an der Aufarbeitung dieser negativen Entwicklung beteiligt.
Beim DGB-Kongreß in Berlin und an der betieblichen Basis u.a. bei Ford in Köln gibt es Anzeichen klassenbewußter Bewegung und damit offenbaren sich auch für AfD-Kollegen Chancen eines Dialogs. In diese Gemengelage müßten sich die gewerkschaftlich orientierten Kollegen der AfD schon akltiv einbringen.


