Zusammenarbeit von AfD und BSW mit einem großen blinden Fleck?

Das Thema ‚Was wird aus dem Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt?‘ ist natürlich längst nicht durch. Zuerst schien es so, als breche, neben neuen unverhohlene Drohungen der staatstragenden Kriegs- und Krisenparteien sowie des Staatsapparats auch eine Welle von Analysen mit mehr oder minder wohlmeinenden Ratschlägen auf AfD und BSW herein. Dann aber erinnerten sich einige doch wieder an die angeblich von Kurt Tucholsky stammenden Worte: „Ich dachte, wie hätten die Macht, aber es war doch nur die Regierung! …“ und wiesen darauf hin, dass das erhoffte Bündnis ja noch gar nicht geschaffen ist.

Auch Diether Dehm, ein Volksfront-Spezialist – in gutem Sinne, versteht sich! – konnte vor lauter Freude nicht an sich halten und schickte schnell ein paar Ratschläge für AfD und BSW auf die Reise durchs Netz. Bei TKP.at – der Blog für Science und Politik‘, dort moderiert durch Thomas Oysmüller, wurde Diether Dehms Beitrag  positiv gewürdigt, was wir hier weiter unten noch ansprechen. Unüblicherweise verweisen wir aber zuerst auf den Kommentar eines Lesers unter ‚Der Alte Marxist‘ dazu. Der passt nämlich wie die Faust aufs Auge und verdient daher hier die erste Aufmerksamkeit. Hier dessen Kommentar:

Ich schätze Dieter Dehm seit vielen Jahren – er ist einer der letzten „echten“ Linken mit marxistischem Hintergrund, die sich einer anti-kapitalistischen Agenda verpflichtet fühlen. Ein Mann mit intellektueller und politischer Substanz. Aber: BSW ist ein Sammelbecken von verschiedenen Figuren, das über keinerlei solides Fundament verfügt. Leider ist die Chefin – Sarah Wagenknecht – zwar eine begnadete Talk-Show Diskutantin, aber völlig unfähig, eine Partei zu führen, klare, substanzielle politische politische Leitlinien vorzugeben und sich mit geeigneten politischen Personen zu umgeben (und Opportunisten zu eliminieren). Die Desaster in Brandenburg und Thüringen zeigen, dass die Partei weit davon entfernt ist, ein verlässlicher, konsolidierter Partner zu sein. Man muss damit rechnen, dass eine Kooperation mit ihnen morgen bereits wieder Geschichte ist. Die Idee einer parteiunabhängigen Person als Ministerpräsident ist auch eine BSW-Schnapsidee. Realistisch ist nur eine Koalition unter Führung der AfD (Siegmund) auf der Basis eines klaren Koalitionsvertrages. Wenn BSW dem zustimmt, wird es vermutlich heftige parteiinterne Konflikte geben.

Diether Dehms Beitrag als Offener Brief bei Apolut.net  kommt scheinbar daher wie von der Warte eines Managers dieses Voksfront-Bündnisses und schlußfolgert drei Ratschläge an die beiden Parteien: Gegenseitige Verlässlichkeit, bloß keine überschwengliche Begeisterung und, nicht vergessen, immer ‚Frieden mit Russland!‘ fordern. Drittens schließlich sollte Remigration präzisiert werden im Sinne von Selbstschutz des Staatswesens.

Wir empfehlen allen Lesern, diesen Beitrag und Dehms ‚Offenen Brief‘ in Gänze zur Kenntnis zu nehmen und halten den auch für eine sehr sinnvolle Einlassung. Wir wollen aber hier aber auf einen anderen Aspekt hinweisen: Denn sowohl die AfD als auch das BSW nennen in ihren Stellungnahmeneinen den wichtigsten, wenn nicht sogar, den eigentlichen Hauptplayer auch künftiger Auseinandersetzungen hier im Land nicht!

Die AfD scheint immerhin, allein schon wenn man die Zahl ihrer Wähler betrachtet, eine Art Peilung davon zu haben. Aber große Teile ihrer Anhängerschaft und überhaupt ihrer Wahlbevölkerung sind noch gar nicht und erst recht nicht organisiert im öffentlichen Raum aufgetreten. Wer aber nicht öffentlich in Erscheinung tritt, kann sehr schnell kassiert werden.

Die AfD hatte immerhin wegen ihrer schon frühen Gegnerschaft gegen ‚kulturelle Überfremdung‘ und für ‚Remigration‘ – speziell bezüglich der illegalen Immigration – die Stimmung unter dem einfachen Volksmassen spätestens seit 2015 schon sehr gut zum Ausdruck gebracht. Auch in Sachen ‚Klimahysterie‘,  sowie ‚CO2 ist an allem Schuld!‘ und ‚Verbrennerverbot‘ war sie schon eine vorwärtstreibende Opposition, als die Mehrzahl der BSW-Verantwortlichen noch als Linkstümler brav dem staatlich verordneten Mainstream vom angeblichen ‚Menschen gemachten Klimawandel‘ folgte. Dieselben Verantwortlichen schluckten auch seinerzeit ganz brav die Maßnahmen des Corona-Pandemie-Regimes mit all dem schlimmen Wegsperren im Verweigerungsfall sowie der virologisch äußerst gefährlichen Covid-Zwangsimpfung.

Schon in der Zeit Mitte der 2010er Jahre geschah das heftige Wegbrechen von Gewerkschaftsbewegung. Die Beschäftigten einzelner DGB-Gewerkschaften sollten dann sogar noch mit den Bürgerkindern von ‚Fridays for Future!“ und mit albernen globalistischen Regenbogenfahnen auf die Straße gehen. Ein Mumpitz, den diese dann aber immerhin noch gerade so unter der Hand verweigerten.

Wenn heute umfangreiche Krisenprogramme die Chemie-, die Automobil- oder Stahlindustrie liquidieren, dann hat das offenkundig mit dem Tun von Frau Merkel und später mit dem der Herren Scholz und Merz zu tun. Die haben nämlich keinen Jota ihrer US-Hörigkeit zurückgenommen und vor allem aggressiv eine Stimmung der Feindschaft statt der Kooperation gegenüber China und Russland gepflegt. Uncle Sam zieht den Deutschen schon längst das Fell über die Ohren.

Die Spitzen der Gewerkschaften aber spielen beim Orchestrieren der Anbetung des großen Hegemons harmonisch mit, haben dabei aber für uns unter dem Strich alles vergeigt und sorgten überhaupt nicht für die Klasseninteressen der abhängig Beschäftigten, den kleinen Gewerbetreibenden und Rentern sowie den jungen Beschäftigten, die wieder in den Krieg ziehen sollen. 

Sollen die heute mit globalistischen Regenbogenfahnen auf die Strasse gehen und nicht hauptsächlich für ihre eigenen Klasseninteressen und als Deutsche? Die Aufsichtsräte der Industrieunternehmen und die Politeliten der letztern Jahre sind also die Träger und Beförderer des aktuellen wirtschaftlichen Ruins, der nicht abzuwenden ist ohne eine radikale Wende hin zu einer Politik der nationale Souveränität!

Mit dem Beginn des Krieges der NATO und der Ukraine gegen Russland ab 2014 (Minsker Verträge) und dann der überfälligen Vorwärtsverteidigung der Russ. Föderation (vgl. hier) ab 2022 war dann auch der Punkt erreicht, wo das führende militärische Engagement der Deutschen in der NATO die hiesigen Haushalte Jahr für Jahr aufzuzehren begann und zusätzlich das Überschwappen des Krieges hierher begünstigt. Die Ukrainer werden im kommenden Winter mindestens einen kalten Hintern haben, werden wir besser dastehen?

Ich erfuhr als ehemaliger, langjähriger Gewerkschaftsaktivist (IG-Metall, ver.di) und als einer, der sich bemühte, sich in Magdeburg bei AfD und BSW umzuhören, dort im Wahlkampf nichts von ‚Rolle der Gewerkschaften‘. Dies, obwohl gerade auf der Seite der AfD-Orientierten eine vernehmliche Anzahl mindestens ehemaliger Gewerkschaftsaktivisten zugegen waren. Ansonsten wurde ‚Rolle der Gewerkschaften‘ eher mit woken Russophoben oder mit irgendwelchen NGO- bzw. LGBT-Spinnern illustriert. Übrigens: Als Frau Wagenknecht mit 2024 beginnend Präsident Putin als Verbrecher titulierte, unterschied sie sich in der Wortwahl keineswegs von diesen Russophoben.

Zurück zu Diether Dehm und dem Kommentator ‚Der Alte Marxist‘: Ich erlaube mir davon auszugehen, dass beide die Rolle der Arbeiterklasse ‚an sich‘ kennen und auch eine Vorstellung davon haben, was diese Klasse zu bewirken vermag, wenn sie ‚für sich‘ in Erscheinung tritt. Und dass sie ahnen, so ein Volksfront-Bündnis ist ohne organisierte Arbeiterklasse in welchem Umfang auch immer brüchig und es ist ein leichtes Spiel für Linkstümler, die meint Dehm offenbar in seinen Ratschlägen, immer wieder egomane Quertreiber zu begünstigen und so ein Bündnis schon im Brutkasten zu gefährden.

Sozialer Patriotismus dürfte derzeit das Momentum von Entwicklung der Arbeiterklasse als Klasse für sich sein! Man muß ihm auf die Sprünge helfen. Wie andernorts schon beschrieben: Für den September raten wir zur Wahl der AfD (vgl. hier).

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